Neue Etappe im EU AI-Act

Wien (OTS) – Unzureichende Kenntnisse im Umgang mit Künstlicher
Intelligenz können
für Unternehmen erhebliche Risiken mit sich bringen. Einer aktuellen
Studie des IMC Krems zufolge verwenden 65 % der befragten
Büroangestellten KI ohne Wissen ihrer Führungskräfte und jede:r
Zweite verzichtet dabei auf eine inhaltliche Prüfung der Ergebnisse.
Dadurch steigt die Gefahr von Qualitätsmängeln und Datenpannen,
insbesondere da 34 % der Befragten sogar vertrauliche Informationen
auf öffentliche KI-Plattformen hochladen. Austrian Standards
unterstützt Unternehmen mit einem umfassenden Schulungs- und
Zertifizierungsangebot dabei, den sicheren und verantwortungsvollen
Einsatz von KI im Arbeitsalltag nachhaltig zu verankern.

Am 2. Februar 2025 trat Artikel 4 des EU AI-Acts in Kraft und
markierte damit den Beginn eines mehrstufigen Umsetzungsprozesses.
Der AI-Act der Europäischen Union basiert auf einem risikobasierten
Ansatz: Je höher das Risiko für Grundrechte oder die öffentliche
Sicherheit, etwa bei automatisierter Bewerbendenbewertung oder
Gesichtserkennung im öffentlichen Raum, desto strenger die
regulatorischen Anforderungen, bis hin zum vollständigen Verbot
bestimmter Anwendungen. Während Systeme mit hohem Risiko umfassenden
Pflichten wie Dokumentation, Risikomanagement und Kontrolle
unterliegen, gelten bei begrenztem Risiko vor allem
Transparenzvorgaben. Anwendungen mit minimalem Risiko dürfen hingegen
frei eingesetzt werden. Betreiber und Anwender müssen also den
Risikograd ihrer Systeme klar kennen, um angemessene Maßnahmen
ergreifen zu können.

Zwtl.: Die nächsten Deadlines

Bis spätestens 2. August 2025 sind von den Mitgliedstaaten der EU
die zuständigen nationalen Behörden und benannten Stellen für die
Umsetzung und Überwachung des AI-Acts zu benennen und der
Europäischen Kommission mitzuteilen. Und ab dem 2. August 2026 gelten
dann die meisten zentralen Bestimmungen des EU AI-Acts –
einschließlich der Verpflichtungen für Hochrisiko-KI-Systeme sowie
der Möglichkeit, bei Verstößen Sanktionen zu verhängen. Unternehmen
sind daher gut beraten, frühzeitig geeignete Nachweise für die
Einhaltung der Vorgaben zu erbringen. Möglich ist dies durch
dokumentierte Schulungen mit Angaben zu Datum, Inhalt, Dauer und
Teilnehmenden. Zwar ist keine Zertifizierung der Mitarbeitenden
vorgeschrieben, doch viele Organisationen setzen dennoch darauf, um
größtmögliche Sorgfalt auszuüben. Nur wer über fundierte KI-Kompetenz
(AI Literacy) verfügt, kann im Arbeitsalltag bewusst mit Risiken
umgehen und verhindern, dass es etwa zur Nutzung verzerrter Daten, KI
-Halluzinationen oder zum unbeabsichtigten Abfluss vertraulicher
Informationen kommt.

Die neue Landingpage der Austrian Standards Website gibt einen
Überblick über aktuelle Entwicklungen, Standards und
Schulungsangebote im Bereich AI. Sie dient als zentrale Anlaufstelle
für Unternehmen und Fachkräfte, die sich über die neuesten
Anforderungen und Möglichkeiten im Umgang mit KI informieren möchten:

Zwtl.: Zertifizierungsprogramme und Schulungen

Um den Anforderungen des AI-Acts gerecht zu werden, bietet
Austrian Standards verschiedene Zertifizierungsprogramme und
Schulungen für alle Skill-Levels an:

Lehrgang und Personenzertifizierung Certified Value-based
Engineering Ambassador : Der Lehrgang mit zwei Modulen startet am 15.
September 2025 und vermittelt eine fundierte Einführung in generative
KI sowie ihre ethische Anwendung. Der Kurs richtet sich vor allem an
Fach- und Führungskräfte, wird hybrid angeboten und bereitet gezielt
auf die anschließende Zertifizierungsprüfung vor. Der Standard
ISO/IEC/IEEE 24748-7000 bildet dabei die inhaltliche Grundlage für
ethisch fundiertes KI-Management.

Der AI-Act praktisch erklärt : Ein Seminar, das die rechtlichen
Aspekte der Entwicklung und Nutzung von KI-Modellen behandelt. Der
nächste Termin ist der 2. Oktober 2025.

Next Level KI für KMU : Ein Bootcamp, das speziell auf die
Bedürfnisse kleiner und mittlerer Unternehmen zugeschnitten ist, um
KI strategisch und operativ zu integrieren. Der nächste Termin ist am
04. November 2025.

Eigene GPTs entwickeln & Prozesse optimieren : Ein Seminar, das
praxisnahes Wissen für die Entwicklung maßgeschneiderter KI-
Assistenten vermittelt. Der nächste Termin ist am 12. November 2025.

Zertifizierte:r KI-Manager:in : Der Lehrgang vermittelt
grundlegendes Wissen über KI und befähigt die Teilnehmer:innen, KI-
Projekte sachkundig zu planen und umzusetzen. Der nächste Termin ist
am 26. November 2025. Die Zertifizierung dient als Nachweis der KI-
Kompetenz gemäß Artikel 4 des AI-Acts.

Fit 4 AI-Act: KI-Essentials & Kompetenznachweis: Dieses E-
Learning fasst die Grundlagen für eine KI-Nutzung im Sinne des AI-
Acts zusammen. Das E-Learning ist ab sofort buchbar.

Mit diesem Portfolio präsentiert sich Austrian Standards als
erste Adresse in Österreich, wenn es um Mehrwertangebote rund um
Standards geht, und unterstützt Unternehmen bei der Umsetzung
gesetzlicher Anforderungen zum EU AI-ACT.

Über Austrian Standards

Austrian Standards ist die österreichische Organisation für
Standardisierung & Innovation und Teil eines internationalen
Netzwerks in 172 Ländern. Ziel: Lösungen für gesellschaftliche
Herausforderungen, Innovationen zu fördern und die Wettbewerbs- und
Exportfähigkeit der österreichischen und europäischen Wirtschaft zu
steigern. Standards entstehen hier nicht am Reißbrett, sondern in der
Praxis: Über 4.800 Expert:innen aus rund 2.800 unterschiedlichen
Organisationen, Disziplinen und Branchen aus Wirtschaft, Forschung,
Verwaltung und NGOs bringen ihr Know-how ein. Austrian Standards
vernetzt sie auf europäischer und internationaler Ebene – etwa über
ISO, CEN oder ETSI – und sorgt dafür, dass Österreich weltweit
mitgestaltet.

Der wirtschaftliche Effekt? Enorm: Standards sind in Österreich
für rund 20 % des realen BIP-Wachstums verantwortlich – das
entspricht etwa 1 Milliarde Euro jährlich. Sie generieren 6,5 % des
jährlichen Beschäftigungswachstums, was rund 1.500 zusätzlichen
Vollzeitäquivalenten pro Jahr entspricht, und tragen zu 30 % des
Wachstums der allgemeinen Arbeitsproduktivität bei.

Mit digitalen Lösungen, Fachpublikationen, Events, Seminaren und
Zertifizierungen macht Austrian Standards Standards greifbar – und
unterstützt deren praktische Anwendung. Austrian Standards
beschäftigt rund 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und wurde 2024
mit equalitA, dem Gütesiegel für innerbetriebliche Frauenförderung,
ausgezeichnet. www.austrian-standards.at