ÖGB-Hörmann: „40 Prozent Pensionslücke? Reden wir darüber!“

Wien (OTS) – Am Equal Pension Day haben Männer bereits so viel
Pension erhalten,
wie Frauen erst bis Ende des Jahres bekommen werden. Die
Pensionslücke beträgt in Österreich aktuell 39,7 Prozent . „Ein
untragbarer Zustand, der dringend Veränderung braucht“, bringt es
Christa Hörmann, gf. ÖGB Bundesfrauenvorsitzende auf den Punkt.

„Gerechte Einkommen und gute Arbeitsbedingungen sind keine
Selbstverständlichkeit – sie müssen gemeinsam erkämpft werden“,
betont Hörmann. „Solange Frauen weniger verdienen, öfter in Teilzeit
arbeiten und unbezahlte Arbeit leisten, bleiben sie auch in der
Pension benachteiligt. Das ist strukturelle Ungerechtigkeit“, so die
Gewerkschafterin.

Lohntransparenz ist Hebel für Gerechtigkeit

„Lohntransparenz ist ein Schlüssel zu fairen Einkommen. Nur wenn
offen über Geld gesprochen wird, können Ungleichheiten aufgedeckt und
beendet werden“, sagt Hörmann und drängt auf rasche Umsetzung der EU-
Lohntransparenzrichtlinie in Österreich.

„Mit transparenten Löhnen können Arbeitnehmer:innen prüfen, ob
sie für gleichwertige Arbeit fair bezahlt werden – unabhängig von
Geschlecht, Herkunft oder Alter. Dadurch wird Gleichbehandlung
kontrollierbar“, so Hörmann. Lohntransparenz zwinge Betriebe
außerdem, ihre Gehaltssysteme zu überdenken und faire,
nachvollziehbare Kriterien einzuhalten oder Unterschiede in der
Bezahlung zu erklären.

Anlässlich des Equal Pension Day fordern die ÖGB-Frauen außerdem:

– Höhere Einkommen , vor allem in frauendominierten Branchen wie
Pflege, Bildung oder Handel.

– Flächendeckende Kinderbildung, -betreuung und Pflegeangebote ,
damit Erwerbsarbeit möglich ist.

– Lebensphasenorientiertes Arbeiten und betriebliche
Gesundheitsförderung , um gesund bis zur Pension arbeiten zu können.

– Faire Anrechnung von Kindererziehungszeiten , weil Care-Arbeit eine
gesellschaftliche Leistung ist.

Aktuell wird das Frauenpensionsalter schrittweise angehoben.
„Damit steigen zwar die Belastungen – aber nicht automatisch die
Einkommen oder die Chancen auf eine existenzsichernde Pension“,
betont die gf. ÖGB Bundesfrauenvorsitzende. „Wir wollen, dass Frauen
von ihrer Arbeit leben und in der Pension gut auskommen können – ohne
Angst vor Altersarmut. Dafür braucht es Arbeitgeber:innen, die
alternsgerechtes Arbeiten möglich machen, mutige politische
Entscheidungen und eine starke Gewerkschaft“, so Hörmann.