Wien (OTS) – OekoBusiness Wien stellte in den letzten beiden Jahren
im EU-
finanzierten Projekt „Green at Heart“ gemeinsam mit
Partnerorganisationen aus Amsterdam und Madrid die Rolle von
nachhaltig orientieren Klein- und Mittelunternehmen (KMU) für eine
grüne Wirtschaft in den Mittelpunkt. Entscheidende Hebel, damit KMU
sich in den Bereichen Umwelt, Soziales und Governance (ESG)
professionalisieren können sind internes Knowhow und Fachkräfte.
Hinderlich für KMU sind hingegen regulatorische, finanzielle und
Wissensbarrieren. Die Ergebnisse des Projekts werden nun EU-
Institutionen, lokalen und nationalen Entscheider*innen und
Finanzakteur*innen in Form eines Policy Papers mit Empfehlungen zur
Förderung des nachhaltigen Wirtschaftens von kleinen und mittleren
Betrieben vorgelegt.
Klein- und Mittelunternehmen sind ein wesentlicher Teil der
österreichischen Wirtschaft: 99,7 Prozent aller Unternehmen zählen zu
dieser Gruppe, allein in Wien sind es über 150.000 Betriebe.* „Als
Arbeitgeber*innen, Nahversorger*innen und lokale Innovator*innen sind
KMU für die grüne und zirkuläre Transformation unserer Stadt
essenziell. Indem wir sie gezielt bei der grünen Transformation
unterstützen, stärken wir nicht nur den Klimaschutz, sondern auch die
lokale Wertschöpfung – und schaffen die Grundlage für ein
lebenswertes Wien, heute und in Zukunft“, erklärtKlimastadtrat Jürgen
Czernohorszky. Das EU-geförderte Projekt „Green at Heart“ brachte die
Expertise von Akteur*innen aus den Niederlanden, Spanien und
Österreich, darunter auch OekoBusiness Wien, zusammen und skizziert
in dem nun veröffentlichten Policy Paper, wie ESG durch
institutionelle Förderung zum wirtschaftlichen Erfolgsfaktor für KMU
werden kann.
Zwtl.: Wissen als Schlüsselressource
120 Unternehmensbewertungen der teilnehmenden KMU wurden unter
ESG-Gesichtspunkten analysiert – mithilfe der Tools, die im Projekt
„Green at Heart“ entwickelt wurden. Die Ergebnisse zeigen unter
anderem, dass Betriebe mit anfänglich geringem Wissen zu Umwelt-,
Sozial- oder Governance-Praktiken ihre Umweltleistungen im
Projektverlauf durch Wissenserwerb, Begleitung und gezielte Förderung
um durchschnittlich 34 Prozent steigern konnten. Unternehmen mit
einer höheren Ausgangsbasis an Wissen steigerten ihre Leistungen im
Vergleich mit rund 15 Prozent nur halb so stark. Als
Bewertungsgrundlage wurden Aspekte wie die Umweltperformance, soziale
Maßnahmen und die Kenntnisse der Unternehmen zu ESG-Vorgaben
herangezogen. „Dieses Ergebnis zeigt, dass Wissensvermittlung und der
Aufbau internen Knowhows für kleine Betriebe zentral sind. Mit den
richtigen Werkzeugen und gezielter Beratung bzw. Förderung können KMU
ESG-Praktiken erfolgreich einführen und im Kern ihrer Tätigkeit
profitieren“, so Bertram Häupler , OekoBusiness Wien.
Zwtl.: Vorbilder aus der Wiener Wirtschaft
Das Spieleunternehmen City Games Vienna zeigt, wie durch gezielte
institutionelle Förderung und eine konsequente unternehmerische
Umsetzung ESG-Maßnahmen und wirtschaftlicher Mehrwert Hand in Hand
gehen: Durch eine stärkere Verankerung von Nachhaltigkeit in
Management und Beschaffung, konnte das Unternehmen
umweltfreundlichere Druckverfahren etablieren, wiederverwendbare
Verpackungen entwerfen und neue inklusive und barrierefreie digitale
Formate entwickeln. Neben einer Reduktion an Emissionen und Abfällen
hat der Wiener Betrieb nun eine neue digitale Produktpallette, mehr
Reichweite und konnte sich das Interesse von Institutionen aus Kultur
und Tourismus sichern. Insgesamt waren rund 15 Klein- und
Mittelunternehmen aus Österreich – vorwiegend aus Wien – Teil des EU-
geförderten Projekts.
Zwtl.: Neue Tools zur Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen
Die Projektpartner*innen aus Amsterdam, Madrid und Wien
begleiteten mit „Green at Heart“ über 60 KMU aus sieben europäischen
Ländern – darunter Spanien, die Niederlande und Österreich – bei der
Bewertung ihres Status quo sowie bei der Verbesserung ihrer
ökologischen, sozialen und Governance-bezogenen Maßnahmen. Das
Projekt adressiert Barrieren, mit denen kleine und mittlere Betriebe
konfrontiert sind, wie begrenzte Ressourcen, komplexe Vorschriften
und das Fehlen standardisierter Berichtswerkzeuge. Um diese
Herausforderungen zu meistern, bot „Green at Heart“ ein umfassendes,
schrittweises Unterstützungssystem an. Dazu gehörte die Pilotierung
von zwei Diagnosetools, Go Sustainable und dem Circular Transition
Indicators (CTI)-Rahmenwerk, die speziell für KMU angepasst wurden,
um eine selbstständige Bewertung und Verbesserung der eigenen ESG-
und Kreislaufwirtschaftspraktiken zu ermöglichen. Jedes Unternehmen
erhielt außerdem eine Förderung von maximal 8.000 Euro zur Umsetzung
konkreter Nachhaltigkeitsmaßnahmen.
Zwtl.: Policy Paper adressiert Entscheider*innen
Das Projekt mündet nun in einem Policy Brief, der zentrale
Erkenntnisse und Empfehlungen zusammenfasst, sowie in einem
öffentlichen Artikel, der die gesamte Reise von „Green at Heart“
einer breiten Öffentlichkeit zugänglich macht. Die Inhalte des Policy
Briefs basieren auf den Beiträgen im Projekt geförderten KMU aus
sieben Ländern sowie von mehr als 75 Stakeholdern, die im Juni 2025
im Rahmen von Roundtable-Diskussionen in Österreich, Spanien und den
Niederlanden zusammenkamen, um lokale Realitäten, Perspektiven und
Herausforderungen zu reflektieren. Ziel des Policy Briefs ist es,
politische Entscheidungsprozesse zu beeinflussen und ein
nachhaltigeres sowie unterstützendes Geschäftsumfeld für
wirkungsorientierte soziale KMU zu fördern.
Zum „Green at Heart“ Policy Paper
Mehr zum Projekt „Green at Heart“ hier.
Mehr zum Beratungsangebot von OekoBusiness Wien hier.
Zwtl.: Über das Projekt – „Green at Heart“
Green at Heart wird vom Europäischen Innovationsrat und der
Exekutivagentur für KMU (EISMEA) gefördert. Die Mittel stammen aus
dem COSME-Fonds, der speziell für die ökologische Transformation von
KMU und Unternehmer:innen in der Nähe- und Sozialwirtschaft
vorgesehen ist – und zwar durch transnationale Zusammenarbeit. Das
Programm wurde von Impact Hub Amsterdam, Impact Hub Madrid, Impact
Hub Vienna, dem Impact Hub Netzwerk, Amsterdam Impact und Ökobusiness
Wien konzipiert.
Zwtl.: Über OekoBusiness Wien – Wirtschaften fürs große Ganze
OekoBusiness Wien ist das Umwelt-Service-Paket der Stadt Wien für
Wiener Unternehmen. 1998 von Stadt Wien – Umweltschutz ins Leben
gerufen, unterstützt OekoBusiness Wien Unternehmen bei der Umsetzung
von umweltrelevanten Maßnahmen und trägt dazu bei, Betriebskosten zu
senken. Gemeinsam mit erfahrenen Umweltberater*innen werden
Einsparpotenziale identifiziert, um Schritt für Schritt den
Energiebedarf, das Abfallaufkommen oder den Ressourceneinsatz zu
reduzieren. Damit leistet OekoBusiness Wien einen wesentlichen
Beitrag zur Erreichung der Wiener Klimaziele. Kofinanziert wird das
Programm aus den Mitteln der Stadt Wien, der Wirtschaftskammer Wien
und der Umweltförderung im Inland des Bundesministeriums für
Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie.
Seit März 2021 hat OekoBusiness Wien auch einen eigenen Podcast. Alle
Folgen von ‚ Dreiviertel Zwöl f‘ können auf gängigen Podcast-
Plattformen sowie hier gehört werden. Weitere Informationen sowie
alle teilnehmenden Betriebe finden Sie auf: www.oekobusiness.wien.at
und http://unternehmen.oekobusiness.wien.at
Pressebilder zu dieser Aussendung sind in Kürze unter
https://presse.wien.gv.at/bilder abrufbar. (Schluss)