Österreich (OTS) – Die Österreichische Plattform für Alleinerziehende
(ÖPA) begrüßt die
geplanten finanziellen Unterstützungen für Alleinerziehende durch die
Einrichtung eines Unterstützungsfonds für Familien, die keine
Aussicht auf Unterhalt oder Waisenpension haben. Auch sieht sie in
der Unterstützung von gewaltbetroffenen Familien einen wichtigen
Beitrag. Der Fonds sei zudem ein positives Signal, dass die
schwierige Situation Alleinerziehender politisch stärker wahrgenommen
werde.
Gleichzeitig betont die ÖPA, dass die nächste Reform die
Umsetzung einer Unterhaltssicherung sein muss. Damit werden auch alle
Kinder, die sehr wenig und unregelmäßigen Unterhalt bekommen,
erreicht. „Wir sehen den Unterstützungsfonds als wichtigen ersten
Schritt. Die strukturellen Probleme von Alleinerziehenden und ihren
Kindern werden dadurch jedoch nicht gelöst“, erklärt Evelyne Martin,
Vorstandsvorsitzende der ÖPA. Alleinerziehende sind nach wie vor die
am stärksten von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffene
Familienform (Anstieg auf 46%, Statistik Austria 2025).
Kritisch bewertet die ÖPA, dass Leistungen aus dem
Unterstützungsfonds bei der Sozialhilfe angerechnet, beziehungsweise
abgezogen werden sollen. „Wenn Familien Anspruch auf diese
Unterstützung haben, dann muss sie auch tatsächlich als zusätzliche
Entlastung bei ihnen ankommen“ , erklärt Martin. Besonders wichtig:
Für Familien darf kein zusätzlicher bürokratischer Aufwand entstehen,
ohne dass sich ihre finanzielle Situation verbessert.
Darüber hinaus fordert die ÖPA einen umfassenden Ausbau sozialer
Dienstleistungen und Sachleistungen für alle von Armut Betroffenen.
Abschließend hält Evelyne Martin fest: „ Wir glauben, dass sich mit
Mut und dem Willen, an Problemlösungen zu arbeiten, Lösungen für
Alleinerziehende und ihre Kinder finden lassen, auch und gerade in
Zeiten eines knappen Staatshaushalts.“
