Parkinson und Schizophrenie frühzeitig erkennen

Krems (OTS) – Neurologische und psychische Erkrankungen wie die
Parkinson-Krankheit
(die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung weltweit) oder
Schizophrenie stehen in engem Zusammenhang mit Störungen des
Dopaminhaushalts. Da bislang keine heilende Therapie verfügbar ist,
kommt einer möglichst frühen Diagnose entscheidende Bedeutung zu.

Zwtl.: Forschung an der Schnittstelle von Chemie und Medizin

An der IMC Krems University of Applied Sciences (IMC Krems)
startete mit März das neue Forschungsprojekt „MIPSI – Polymere
Sensoren zur verbesserten Diagnose neurologischer Erkrankungen“. Ziel
ist die Entwicklung einer neuartigen, nicht-invasiven Technologie zur
raschen, einfach anwendbaren und zuverlässigen Bestimmung von Dopamin
in menschlichem Urin. „ Damit schaffen wir die Grundlage für eine
verbesserte Frühdiagnostik und neue Perspektiven in der
personalisierten Medizin “, erklärt Projektleiterin Prof.(FH) Priv.-
Doz. Dr. Yolanda Salinas Soler vom Institut für Applied Chemistry des
IMC Krems.

Zwei wichtige Punkte fehlen: Zukunftssichere
Forschungsfinanzierung und eigenständige Doktoratsprogramme für
unsere Hochschulen

„ Das Projekt zeigt, wie wichtig die Förderung von Angewandten
Wissenschaften ist, um Innovationen direkt in Betriebe, Einrichtungen
und Institutionen zu bringen. Unsere Hochschulen sind heute ein
unverzichtbarer Bestandteil des österreichischen Bildungs- und
Forschungssystems. Mit ihrer praxisnahen, lösungsorientierten
Forschung leisten sie einen unmittelbaren Beitrag zur Bewältigung
zentraler Zukunftsfragen, hier am Beispiel unserer
Gesundheitsversorgung. Gleichzeitig erzielen Hochschulen
überdurchschnittliche Leistungen mit vergleichsweise geringen
öffentlichen Mitteln und schaffen nachweislich hohe
volkswirtschaftliche Wertschöpfung. Als Orte akademischer Exzellenz,
regionaler Entwicklung und gesellschaftlicher Innovation zeigen sie
seit 30 Jahren, wie angewandtes Wissen schnell und direkt Wirkung
entfaltet. Eine zukunftssichere Finanzierung und die
Weiterentwicklung des Systems – einschließlich eigenständiger
Doktoratsprogramme für unsere Nachwuchswissenschaftler*innen – sind
daher entscheidend, um Österreichs Innovationskraft, soziale
Durchlässigkeit und Versorgungssicherheit langfristig zu stärken “,
so Mag. Ulrike Prommer, Vorsitzende der Hochschulleitung am IMC Krems
und FHK-Präsidentin.

Zwtl.: Zum Projekt

Im Zentrum des Forschungsprojekts am IMC Krems stehen neuartige
kolorimetrische Sensoren, die Dopamin selektiv erkennen und durch
eine sichtbare Farbänderung anzeigen. Grundlage sind molekular
geprägte Polymere (MIPs) – synthetische Materialien, die wie
künstliche Antikörper wirken. Sie sind stabil, wiederverwendbar und
kosteneffizient herstellbar und eignen sich damit besonders für den
Einsatz in der klinischen Analytik.

Für eine schnellere Reaktion werden diese Polymere mit
selbstrührenden, magnetischen Silica-Mikropartikeln kombiniert. Durch
ihre aktive Bewegung in der Flüssigkeit wird der Stofftransport
verbessert und die Messzeit deutlich verkürzt. Das Ergebnis ist ein
patient*innenfreundlicher Schnelltest, der ohne invasive Eingriffe
auskommt und dennoch hohe Sensitivität und Spezifität bietet.

Das Projekt läuft von März 2026 bis Dezember 2028 und wird vom
Land Niederösterreich sowie von der Europäischen Union im Rahmen der
Förderaktion „Forschung für morgen“ (Förderschiene „Forschung &
Technologieentwicklung Qualität“) finanziert.