Wien (OTS) – Mit dem Forschungsprojekt DOMINO startete beim Kickoff
im Juni eine
österreichweite Initiative, welche die nächste Generation
industrieller KI-Anwendungen vorantreibt. Ziel ist es, künstliche
Intelligenz direkt auf dezentralen Geräten – sogenanntes EdgeAI –
sicher, energieeffizient und dauerhaft leistungsfähig einzusetzen.
Das Leitprojekt DOMINO adressiert dafür aktuelle Herausforderungen,
mit denen Unternehmen beim praktischen Einsatz von KI im Alltag
konfrontiert sind. Dazu zählen u.a. die Zertifizierung von KI in
sicherheitskritischen Bereichen, die Überwachung der KI-Performance
im operativen Betrieb oder die Einbindung von Nutzer:innen-Feedback
bei der Verbesserung von KI-Entscheidungen. Somit werden im Projekt
Open Source Code und KI-Lösungen für Edge Devices unter
Berücksichtigung des gesamten Dev-Ops Lebenszyklus eines Internet of
Things (IoT) Geräts entwickelt/betrachtet.
Das Projekt leistet einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung der
Wettbewerbsfähigkeit österreichischer Industrieunternehmen im Bereich
IoT und darüber hinaus. Dabei fließen die spezifischen Anforderungen
der österreichischen Industrie direkt in die Konzeption ein.
Warum EdgeAI?
Edge Computing oder die Datenverarbeitung direkt vor Ort, z.B. an
Maschinen, hat gegenüber zentralisierten Cloud-Lösungen zahlreiche
Vorteile: Kürzere Latenzen und Reaktionszeiten, Energieeinsparungen,
besserer Schutz von Daten und geringere Kosten. Die Umsetzung ist
jedoch komplex: KI-Modelle müssen an die geringere Rechenleistung und
die begrenzten Speicherressourcen der Edge-Geräte angepasst werden,
im laufenden Betrieb überwacht und bei Bedarf sicher aktualisiert
werden. KI-Algorithmen auf ressourcenbegrenzter Hardware laufen zu
lassen erfordert tiefgreifende Expertise – insbesondere in den
Bereichen Hardware-angepasster Modelloptimierung, Laufzeitcode-
Generierung, Energieeffizienz, Echtzeitverarbeitung und
Systemintegration.
Wie künstliche Intelligenz direkt an der Maschine zuverlässig
funktioniert
Das Projekt DOMINO verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, indem es
den gesamten Lebenszyklus von EdgeAI-Systemen berücksichtigt, von der
Entwicklung (Dev) über den Betrieb (Ops) bis zur kontinuierlichen
Aktualisierung. Die drei Hauptziele lauten:
–
Entwicklung KI-optimierter Modelle für Industrieanwendungen (
Bahnwesen, erneuerbare Energie, Holzindustrie)
–
Überwachung der Systemleistung von KI-Komponenten unter realen
Bedingungen (z.B. Staub, Wetter, Geräteverschleiß, etc.)
–
Kontinuierliche Verbesserung durch Betriebsdaten und
Nutzerfeedback (menschenzentrierter Ansatz)
Ziel ist es außerdem, den Entwicklungsaufwand von Edge-AI-
Anwendungen für Unternehmen, insbesondere für KMU, spürbar zu
reduzieren und gleichzeitig den hohen Anforderungen an Sicherheit und
Nachhaltigkeit gerecht zu werden, wie sie beispielsweise im EU AI Act
festgelegt sind. Durch die Entwicklung eines standardisierten
Entwicklungszyklus entsteht zudem eine Guideline, die als
Orientierung für weitere Unternehmen dienen kann, die künftig Edge-AI
-Lösungen entwickeln möchten.
Das Konsortium
Das Projekt unter der Konsortialführung der TU Wien bringt
Expert:innen aus Industrie und Forschung zusammen. Als
Technologiepartner sind Siemens, Mission Embedded und VRULL
beteiligt, während sich als weiterer Forschungspartner die TU Graz
und als Industriepartner FILL (Holzverarbeitung) und Reisenbauer
Solutions (Photovoltaik) einbringen. Die Projektergebnisse werden in
drei konkreten Anwendungsfällen umgesetzt und praxisnah demonstriert.
Die Plattform Industrie 4.0 Österreich ist für deren Kommunikation
und Verbreitung verantwortlich.
Einbindung externer Expertise
Der im Leitprojekt geplante Austausch mit externen Stakeholdern,
die nicht direkt am Projekt beteiligt sind, soll durch ein „External
Expert Board“ ermöglicht werden. Dieses Gremium bietet interessierten
Fachleuten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung die
Gelegenheit, sich über die aktuellen Entwicklungen im Projekt zu
informieren und aktiv Feedback einzubringen. Im Rahmen eines
Workshops zur Projektmitte wird eine Möglichkeit für Mitgestaltung
und Wissensaustausch geschaffen. Bei Interesse an einer Teilnahme
melden Sie sich bei: [email protected] .
Das Projekt DOMINO wird durch das Bundesministerium für
Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) und die
Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) gefördert.