Samariterbund will Freiwilliges Sozialjahr als Orientierungsjahr ausbauen

Wien (OTS) – Mit dem Beginn des Sommersemesters stellt sich für viele
Maturant:innen die Frage, wie es nach der Schule weitergehen soll:
Studium, Ausbildung oder zunächst praktische Erfahrungen sammeln? Das
Freiwillige Sozialjahr (FSJ) hat sich dabei österreichweit als
verlässliches Orientierungsjahr etabliert. Es verbindet
sinnstiftendes Engagement mit Einblicken in den Alltag im
Rettungsdienst, in der Pflege sowie in sozialen Einrichtungen – und
unterstützt junge Menschen dabei, ihre nächsten Schritte auf Basis
echter Praxis zu wählen.

„Das Freiwillige Sozialjahr ist eine Erfolgsgeschichte, weil es
jungen Menschen realistische Einblicke in mögliche Ausbildungs- und
Berufswege gibt“, sagt Samariterbund-Präsident Franz Schnabl.

Orientierung mit echter Praxis
Im FSJ erleben Teilnehmer:innen Teamarbeit, Verantwortung,
Patientenkontakte – und auch die anspruchsvollen Seiten des
Berufsalltags. Diese Erfahrung hilft, eine bewusste Entscheidung zu
treffen, bevor man sich langfristig festlegt. Wolfgang Dihanits,
stellvertretender Bundessekretär des Samariterbundes: „Viele merken
im Freiwilligen Sozialjahr rasch, ob Pflege oder Rettungsdienst
wirklich zu ihnen passt. Diese Orientierung ist enorm wertvoll – für
die jungen Menschen und auch für das System.“

Frauen im Sanitätswesen: neue Selbstverständlichkeit

Vor allem für junge Frauen ist das FSJ auch ein wichtiger
Türöffner. Beim Samariterbund zeigt sich deutlich, dass Frauen
zunehmend Bereiche mitprägen, die früher stark männlich dominiert
waren – etwa im Sanitätswesen oder in der Katastrophenhilfe. „Dass
Frauen diese Einsatzbereiche beim Samariterbund immer mehr erobern,
ist sehr erfreulich. Das FSJ spielt dabei eine Schlüsselrolle“, so
Schnabl.

Das Freiwillige Sozialjahr als Anstoß für das Medizinstudium

Der Samariterbund sieht außerdem, dass viele FSJ-Absolvent:innen
nach einem Jahr im Rettungsdienst den Entschluss fassen, ein
Medizinstudium zu beginnen. Die dabei erworbenen Kompetenzen –
professioneller Patientenkontakt, Arbeiten unter Druck, Kommunikation
und Teamfähigkeit – sind aus Sicht des Samariterbundes dafür eine
relevante Vorbereitung. Dihanits: „Ein Jahr als Sanitäterin oder
Sanitäter ist gelebte Praxis und Vorbildung. Diese Erfahrung sollte
im Aufnahmeverfahren für die Medizin-Universitäten berücksichtigt
werden – etwa über einen klaren Bonus oder ein definiertes
Bewertungselement.“

FSJ und Zivildienst sind keine Konkurrenz

Für den Samariterbund leisten das Freiwillige Sozialjahr und der
Zivildienst einen unverzichtbaren Beitrag für Gesellschaft und
Hilfsstrukturen – mit unterschiedlichen Zugängen und Zielgruppen. „Es
geht nicht um ein Entweder-oder, sondern um ein sinnvolles
Nebeneinander“, sagt Schnabl. „Sowohl das FSJ als auch der
Zivildienst bieten jungen Menschen wertvolle Erfahrungen und stärken
gleichzeitig unser soziales System. Diese Vielfalt ist eine Stärke,
die wir erhalten und weiterentwickeln müssen.“