Wien (OTS) – In einer gemeinsamen Sitzung des Umweltausschusses sowie
des
Ausschusses für Gesundheit wird heute der Vorschlag der Europäische
Kommission zur Lockerung der Regeln für die Freisetzung gentechnisch
veränderter Mikroorganismen in die Umwelt erstmals im Europäischen
Parlament präsentiert und diskutiert. Ziel des Vorschlags ist es,
bestehende Vorschriften zu vereinfachen und Zulassungsverfahren zu
beschleunigen. Dadurch könnten gentechnisch veränderte
Mikroorganismen leichter in die Natur ausgebracht werden und sich
auch dauerhaft in den Ökosystemen festsetzen. Für den SPÖ-EU-
Abgeordneten und umweltpolitischen Sprecher Günther Sidl geht dieser
Vorschlag in die falsche Richtung: „Die EU-Kommission arbeitet hier
nach dem Prinzip ‚Es wird schon nichts passieren‘. Aber das reicht
einfach nicht, wenn es um unsere Lebensgrundlagen geht. Da muss das
Vorsorgeprinzip immer Vorrang haben und das geht nur mit strengen
Regeln und sorgfältigen Prüfverfahren!“, so Sidl. ****
Auch wenn solche Mikroorganismen positive Effekte haben können,
besteht das Risiko unerwünschter oder sogar schädlicher Auswirkungen
wie etwa die Verdrängung natürlicher Mikroorganismen. „Innovation ist
wichtig. Aber wenn es um das natürliche Gleichgewicht geht, dürfen
wir solche Fragen nicht auf die leichte Schulter nehmen. Genau
deshalb hat die EU über Jahrzehnte Schutzstandards entwickelt, die
jetzt nicht einfach aufgeschnürt werden dürfen“, so Sidl weiter. (
Schluss) ls
