Wien (OTS) – Heller Fortschritt statt hellem Wahnsinn! Die Stadt Wien
präsentiert
zu Jahresbeginn die Ergebnisse einer aktuellen Untersuchung des
Vereins Kuffner-Sternwarte zur Wirkung der Modernisierung der
Straßenbeleuchtung auf die Lichtverschmutzung in der Zwei-
Millionenstadt. Das Ergebnis ist mehr als beeindruckend: Seit 2015
ist die durch Straßenbeleuchtung verursachte Lichtverschmutzung um 75
Prozent gesunken. Mit der weiter auf Hochtouren laufenden weiteren
Umrüstung auf moderne LED-Beleuchtung soll sie im neuen Jahr noch
weiter sinken und kaum mehr nachweisbar sein.
Über einen Zeitraum von 10 Jahren wurden die Daten im
Stadtzentrum, am Stadtrand und im Umland gemessen. Dafür kamen
hochsensible Sensoren auf Dächern und Türmen zum Einsatz, mit denen
die Helligkeit des Nachthimmels überwacht wurde. So konnte ein
besonders genaues Bild der tatsächlichen Auswirkung der
Straßenbeleuchtung der Stadt Wien gewonnen werden. Lag der Anteil der
gesamten Lichtverschmutzung in Wien durch die Straßenbeleuchtung im
Jahr 2015 noch bei rund 8 %, liegt der Anteil 2025 nun bei unter 2 %.
„Mit der schon weit fortgeschrittenen Umrüstung auf
energiesparende LED-Lampen sparen wir nicht nur 60 % der bisher
benötigten Energie, sondern leisten einen Beitrag für Insektenschutz
und Artenvielfalt. Mit der Umrüstung senken wir die
Lichtverschmutzung der Straßenbeleuchtung nahezu gegen Null. Mit dem
LED-Tausch der öffentlichen Beleuchtung sind wir in Wien auf der
Zielgeraden. 80% sind bereits umgerüstet und bis 2028 werden dann
auch noch die restlichen 20 %, darunter die Altstadtleuchten,
getauscht sein“, erläutert die für die öffentliche Beleuchtung
zuständige Stadträtin Ulli Sima.
In Wien sind rund 2.800 Kilometer Straße beleuchtet – das
entspricht der Strecke einmal um ganz Österreich. Zur Beleuchtung
gehören sogenannte Seilhänge-, Mastansatz- und Vintageleuchten. Bis
2028 sollen alle rund 133.000 Straßenleuchten der Zwei-Millionenstadt
auf LED-Technologie umgerüstet sein.
Effektiv gegen Lichtverschmutzung mit neuem Leuchtendesign
Die neuen LED-Leuchten lenken Licht genau dorthin, wo es
gebraucht wird, also auf Straßen und Wege und nicht in mehr in den
Nachthimmel hinauf. Der Rückgang der Lichtverschmutzung durch die
Straßenbeleuchtung entspricht dabei direkt dem Fortschritt der LED-
Umrüstung Wiens. Bislang hat die Stadt Wien bereits 80 % der
öffentlichen Beleuchtung auf LED-Leuchten umgerüstet. Der Effekt ist
massiv. Das hat auch positive Auswirkungen auf die nachtaktive Fauna,
da beispielsweise die Anlockung auf Nachtfalter durch die Abstrahlung
und Lichtart der LED-Leuchte reduziert wird.
Lichtverschmutzung als Umweltgefahr
Lichtverschmutzung zählt zu den Umweltgefahren, weil künstliches
Licht natürliche Ökosysteme stört, die Artenvielfalt gefährdet und
gesundheitliche Risiken für Mensch und Tier mit sich bringen kann.
Sie ist damit nicht nur ein ästhetisches oder technisches Problem,
sondern ein relevanter Umweltfaktor, der zunehmend Beachtung findet.
Die Wiener LED-Straßenbeleuchtung beeinflusst den Melatonin-Haushalt
des Menschen nicht. Die Beleuchtungsstärke ist dafür nicht hoch
genug, die übliche Aufenthaltsdauer unter Straßenlicht nicht lange
genug. Quellen für Lichtverschmutzung in Großstädten sind u.a.
Fassadenbeleuchtungen, Leuchtreklame, Geschäftsbeleuchtungen etc.
Wissenschaft und Stadt Wien: Ein Jahrzehnt erfolgreicher
Kooperation
Die erfreulichen Ergebnisse in Sachen Rückgang der
Lichtverschmutzung durch Straßenbeleuchtung sind das Resultat einer
engen Zusammenarbeit zwischen den Dienststellen der Stadt Wien und
externen Partnern. Seit über zehn Jahren arbeiten die MA 33 (Wien
leuchtet), die MA 22 (Abteilung für Umweltschutz), die Prüf-,
Inspektions- und Zertifizierungsstelle der Stadt Wien (MA 39), die
Wiener Umweltanwaltschaft (WUA) sowie die Kuffner-Sternwarte
gemeinsam an diesem Thema.
„Die aktuellen Ergebnisse bestätigen eindrucksvoll, was wir seit
Jahren gemeinsam vorantreiben: Nur durch exzellente Zusammenarbeit
unserer städtischen Dienststellen und der externen Expertinnen und
Experten können wir Forschung auf diesem Niveau leisten und Maßnahmen
nachhaltig umsetzen. Der flächendeckende Umstieg auf LED bis 2028 ist
ein wichtiger Schritt, um Wien als Vorreiterin für umweltfreundliche
und energieeffiziente öffentliche Beleuchtung weiter zu stärken“,
bedankt sich Sima bei allen Beteiligten.
Umrüstung auf LED läuft auf Hochtouren – speziell entwickelte
Lampen für Wien – echtes Wiener Original der MA 33
Die Stadt Wien sieht sich durch diese Ergebnisse bestärkt, den
eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen. Bis 2028 sollen alle
rund 133.000 Straßenleuchten auf LED-Technologie umgerüstet sein.
Die Umstellung ist eingebettet in ein umfassendes Wartungs- und
Instandhaltungskonzept mit hohem Eigenleistungsanteil bei der
Errichtung. Dieses Vorgehen ist international einzigartig und
unterstreicht Wiens Vorreiterrolle in der modernen urbanen
Infrastruktur.
Die Innovation der Wiener Standardleuchte liegt in der
Standardisierung der elektrischen und mechanischen Schnittstelle:
Gehäuse und Einsatz sind funktional voneinander getrennt. Sämtliche
Elemente zur Lichterzeugung und -lenkung befinden sich im Leuchten-
Einsatz. Dieser kann flexibel gewählt und eingesetzt werden –
unabhängig von Hersteller, eingesetzter Lichttechnik (wie LED,
Halogen-Metalldampf, Natriumhochdruckdampf etc.) oder spezifischen
lichttechnischen Anforderungen.
Das Gehäuse übernimmt ausschließlich die Rolle des mechanischen
Schutzes für die elektrischen und mechanischen Bauteile, vergleichbar
mit einem Schaltkasten. Wartungsarbeiten lasse sich ohne Werkzeug
durchführen und im Fall eines Defekts kann der Einsatz mit wenigen
Handgriffen ersetzt werden.
„Alle Leuchten in Wien verfügen über einen eigens entwickelten,
maßgeschneiderten Einsatz. Da es am Markt keine Lösung gab, die den
technischen und städtebaulichen Anforderungen einer Millionenstadt
gerecht wurde, haben wir in der MA 33 diese Lösung eben selbst
entwickelt – ein echtes Wiener Original. Diese Eigenentwicklung
ermöglicht nicht nur eine höhere Effizienz in Wartung und Austausch,
sondern steht auch für die Innovationskraft und Kompetenz unseres
Teams”, so Andreas Terzer, Leiter der MA 33 – Wien leuchtet.
CO2-Reduktion und effektive Energieersparnis
Nach dem Leuchtentausch spart Wien pro Jahr rund 1.000 Tonnen CO2
gegenüber den alten konventionellen Leuchten. Das entspricht der
Menge an CO2 Emissionen für über 800 Mal mit dem Flugzeug one-way von
Wien nach New York. Zugleich spart die Stadt pro Jahr den
Energiebedarf von rund 2.500 Haushalten ein. Auch betreffend der
Lebensdauer sind LED-Leuchten den alten Leuchtmitteln haushoch
überlegen und halten bis zu 50 mal länger. Die Gewährleistungsdauer
von LED-Leuchten beträgt bei täglichem Betrieb 17 Jahren.
Noch 25.000 Leuchten bis zur Vollendung
Die verbleibenden 20 % der alten Leuchten werden weiterhin
sukzessive umgerüstet. Voraussichtlich sind die restlichen
Mastleuchten bis 2027 fertig getauscht. Dann gibt es noch rund 3.500
Vintageleuchten, die in der Umrüstung etwas aufwendiger sind. Diese
werden in der finalen Etappe bis 2028 dann ebenfalls die original
Wiener Standardeinsätze enthalten.
Moderne Beleuchtung erhöht Verkehrssicherheit
Eine der wichtigsten Aufgaben der öffentlichen Beleuchtung ist
es, die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Durch die neuen Leuchten
wird eine hochwertige, gleichmäßige Helligkeit von Straßen und
Gehwegen erzeugt, die für eine gute Wahrnehmung von
Verkehrshindernissen sorgt. Künftig werden alle Leuchten in einem
Straßenzug dieselbe Lichtfarbe haben, Konfliktzonen wie ungeregelte
Kreuzungen und Schutzwege werden intensiver beleuchtet. Die
Straßenbeleuchtung wird aus Effizienzgründen gedimmt, ausgenommen
davon sind Geh- und Radwege in Wien.
Auch an der Lichtfarbe wurde geschraubt. Die neuen LED-Leuchten
beleuchten Geh- und Radwege, sowie naturnahe Bereiche mit einer
wärmeren Lichtfarbe von 3.000 Kelvin (warmweiß). In der
Straßenbeleuchtung kommen 4.000 Kelvin (neutralweiß) zur Anwendung.
Das entspricht in etwa der Farbtemperatur des Mondlichts.
Die Stadt Wien arbeitet laufend an der Verbesserung der
öffentlichen Beleuchtung. Damit Störungen und Ausfälle rasch behoben
werden können, sind wir sehr dankbar für Ihre Meldung.
Sie können einen wertvollen Beitrag leisten, indem Sie Störungen
direkt beim Lichttelefon: per Tel: 0800-33 80 33, per Mail an:
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