Studie belegt: Wirkstoffverbote gefährden Selbstversorgung

Wien (OTS) – Eine Studie der HFFA Research GmbH in Deutschland
belegt, dass
regulatorische Eingriffe im Pflanzenschutz wie Wirkstoffverbote oder
wegfallende Notfallzulassungen künftig Ertragsverluste von 10-20 %
verursachen können. Grund dafür ist ein erhöhter Schädlingsdruck (
siehe IGP-OTS0013 vom 18. August 2025 ). Klimatische Einflüsse können
wiederum in einzelnen Jahren Ertragsrückgänge von durchschnittlich 20
% bringen. Bei Obst sind es sogar bis zu 46 %. Zur Orientierung: In
Österreich ist der Selbstversorgungsgrad bereits jetzt bei Getreide
nur mehr 88 %, Erdäpfel 86 %, Gemüse 58 %, Obst 45 % und Ölsaaten 35
%.

NGOs und EU-Agrarpolitik haben lange Zeit Warnungen der seriösen
Wissenschaft, der Landwirtschaft und der Industrie ignoriert. Nun ist
das Ergebnis klar sichtbar: „Die EU-Agrarpolitik war schlecht
beraten, populistischen Organisationen zu folgen, die ausschließlich
mit Emotionen statt Fakten argumentieren. Die Zeche zahlen die
bäuerlichen Betriebe, die nicht mehr wirtschaftlich arbeiten können,
und die Konsumenten. Sie haben künftig mit Preissteigerungen zu
kämpfen und werden in den Supermarkt-Regalen weniger regionale
Produkte finden“, kritisiert Christian Stockmar, Obmann der IGP. „Es
braucht dringend eine Trendwende hin zu gesunden Pflanzen. Basis sind
die Methoden des integrierten Pflanzenbaus, ausreichend Wirkstoffe,
die Förderung von Technologie und Digitalisierung sowie eine
agrarische Bildungsoffensive nach dem Vorbild Österreichs.
Andernfalls droht der ‚Keinkostladen Europa‘ und damit aufgrund der
Abhängigkeit von Drittländern eine hohe Vulnerabilität bei der
Versorgung mit Lebensmitteln.“

Über die Studie

Die Studie von HFFA Research wurde vom deutschen Industrieverband
Agrar (IVA) in Auftrag gegeben. Sie zeigt auf Basis von
Modellrechnungen, dass die Ernährungssouveränität in Deutschland –
aber auch Europa – erheblichen Risiken ausgesetzt ist. Medienberichte
über Schaderreger sind auf
https://www.igpflanzenschutz.at/schaedlinge/ gelistet.