UN-Klimaresolution: Chance für Österreich in Energiekrise und bei UN-Sicherheitsrat-Kandidatur

Wien (OTS) – “Das wegweisende Klimagutachten des Internationalen
Gerichtshofs (IGH
) vom Juli 2025 hält fest, dass die Umwelt die Grundlage menschlichen
Lebens ist, von der die Gesundheit und das Wohlergehen sowohl
heutiger als auch künftiger Generationen abhängt. Das Gutachten
verleiht dem Ziel des Pariser Abkommens, die Erderhitzung unter 1,5°
Celsius zu halten, rechtlichen Nachdruck. Es bekräftigt, dass die
Untätigkeit von Regierungen einen Verstoß gegen das Völkerrecht
darstellen kann und dass es ihre Verantwortung ist, das weltweite
Klimasystem zu schützen“ , berichtet Angelika Watzl,
Generalsekretärin der Österreichischen Liga für Menschenrechte mit
Blick auf den morgigen Earth Day , der die Wertschätzung für Klima
und Umwelt stärken soll.

Zwtl.: Aktuelle Energiekrise verdeutlicht, dass Klimagutachten rasch
in Praxis überführt werden sollte

„Der IGH bestätigt zudem die Verantwortung von Regierungen, den
Privatsektor stärker zu regulieren, damit etwa der Ausstieg aus den
fossilen Energien rasch gelingen kann. Gerade die aktuelle
Energiekrise verdeutlicht, dass dieser Ausstieg nicht nur
unverzichtbar für den Erhalt unserer Lebensgrundlagen ist, sondern
sicherheitspolitische und wirtschaftliche Risiken massiv reduzieren
würde. Das IGH-Gutachten ist somit auch eine wichtige Antwort auf
fossile Abhängigkeiten und sollte rasch in die politische und
wirtschaftliche Praxis aller Staaten überführt werden“ , betont
Bettina Rosenberger, Geschäftsführerin des Netzwerks Soziale
Verantwortung (NeSoVe) , und verweist auf die UN-Generalversammlung,
die Anfang Mai in New York stattfinden soll.

Zwtl.: Neue Klimaresolution: Zivilgesellschaft erwartet gespannt UN-
Generalversammlung im Mai

Martin Krenn, Klimaexperte der Koordinierungsstelle der
Österreichischen Bischofskonferenz für internationale Zusammenarbeit
und Weltkirche (KOO) , erläutert: „Bis zu ihrer Generalversammlung im
Mai arbeiten die Vereinten Nationen unter Federführung des
Inselstaats Vanuatu eine Resolution aus. Der aktuelle Entwurf fordert
die nationale Umsetzung des IGH-Gutachtens und legt fest, dass die
Generalversammlung auch künftig am Gutachten weiterarbeiten soll.
Zudem ermutigt er zu einer verstärkten multilateralen Zusammenarbeit,
zumal den Menschen in Ländern des Globalen Südens die notwendigen
Mittel zur Bekämpfung der Klimakrise fehlen. Sie haben kaum zu
klimabedingten Verlusten und Schäden beigetragen, sind aber
überproportional von ihnen betroffen.“

Die philippinische Umwelt- und Menschenrechtsanwältin und
Mitbegründerin von World’s Youth for Climate Justice (WYCJ), Nicole
Ann Ponce, gibt ein Beispiel: „Das IGH-Gutachten hat zwar für
rechtliche Klarheit gesorgt, allein das ist jedoch noch kein
ausreichender Schutz für Küstendörfer vor steigenden Meeresspiegeln.
Durch den Beschluss einer ambitionierten Resolution können die UN-
Staaten beweisen, dass sie nicht nur symbolischen Klima- und
Umweltschutz betreiben, sondern eine verantwortungsvolle Politik für
heutige und künftige Generationen. Zudem rückt die Resolution die
Erfahrungen und Bedarfe besonders verwundbarer Menschen und Staaten
weiter ins Zentrum internationaler Politik und stattet sie mit
Mitteln aus, um ihre Rechte international einzufordern.“

Zwtl.: Appell: Stimme für Resolution stützt Österreichs Wirtschaft
und UN-Sicherheitsrat-Kandidatur

Abschließend verweist Lukas Wank, Geschäftsführer der AG Globale
Verantwortung , die österreichische Bundesregierung auf das aktuelle
Momentum durch die Energiekrise und die angestrebte UN-Sicherheitsrat
-Kandidatur: „Neben Konflikten bergen heute die Klima- und die
Umweltkrise die größten weltweiten Sicherheitsrisiken. Hitze, Dürren,
Überschwemmungen und Luftverschmutzung haben für mehr als eine
Milliarde Menschen ein lebensbedrohliches Ausmaß angenommen. Eine
Regierung, die in der internationalen Sicherheitspolitik mitmischen
will, sollte genau hier ansetzen. Zudem garantiert der weltweite
Ausbau erneuerbarer Energien volle Auftragsbücher für die zahlreichen
heimischen Schlüsselbetriebe. Wir appellieren daher an die zuständige
Außenministerin Beate Meinl-Reisinger, die UN-Klimaresolution als
Chance zu begreifen und Anfang Mai für diese zu stimmen.“