Wien (OTS) – Die Aussagen von Finanzminister Markus Marterbauer im
gestrigen
Mittagsjournal zur Senkung der Lohnnebenkosten (LNK) bestätigen
einmal mehr: Der Reformwille von Teilen der Bundesregierung bleibt
überschaubar. Wer „kaum Spielraum“ sieht, darf sich nicht wundern,
wenn Unternehmen keinen Spielraum mehr haben.
„Österreich zählt seit Jahren zu den Hochabgabenländern in
Europa. Die Lohnnebenkosten sind eine massive Belastung für
Unternehmerinnen und Unternehmer, insbesondere für kleine und
mittlere Betriebe. Wenn die Bundesregierung hier weiterhin auf der
Bremse steht, gefährdet das langfristig Arbeitsplätze und
Wettbewerbsfähigkeit“, erklärt Michael Bernhard, UNOS Bundessprecher.
Zwtl.: Bundesregierung muss liefern, aber auch die Kammern
Eine Senkung der Lohnnebenkosten ist überfällig. Gleichzeitig
braucht es Ehrlichkeit in der Debatte: Auch innerhalb der bestehenden
Umlagenstrukturen gibt es Spielraum. „Wer Entlastung vom Staat
einfordert, sollte auch vor der eigenen Haustür kehren“, betont
Bernhard mit Verweis auf die Kammerumlagen. Wenn WKÖ-Präsidentin
Martha Schultz Reformen von der Bundesregierung verlangt, ist das
grundsätzlich zu begrüßen. Wer jedoch strukturelle Entlastungen
fordert, muss auch innerhalb der Kammer für Entlastung sorgen. Die
Senkung der Kammerumlage 2 (KU 2) wäre ein glaubwürdiger erster
Schritt und würde Unternehmen unmittelbar entlasten.
Zwtl.: Wer den Standort stärken will, muss jetzt handeln
Der Druck auf den Standort ist kein kurzfristiges Problem,
sondern eine seit Jahren anhaltende Entwicklung. Wer jetzt noch von
fehlendem Spielraum spricht, verkennt die Realität in den
Unternehmen. „Wenn sich die Bundesregierung beim großen Wurf
schwertut, dann soll sie zumindest dort handeln, wo es rasch möglich
ist. Und wenn die Kammer glaubwürdig bleiben will, muss sie bei der
KU 2 mit gutem Beispiel vorangehen“, so Bernhard abschließend. Denn:
„Österreich braucht endlich eine echte Entlastungsagenda, keine
weiteren Ausreden.“
UNOS – Unternehmerisches Österreich vertreten seit 2014 die
Interessen liberal denkender Unternehmerinnen und Unternehmer und
sind in acht Wirtschaftsparlamenten präsent.