Wien (OTS) – „Europa muss sich zum Gestalter digitaler Dienste
entwickeln, um
nicht zur digitalen Kolonie zu werden. Mit der ‚Europäischen
Erklärung der Digitalen Souveränität‘ wurde ein klares Bekenntnis zum
Digitalstandort Europa gesetzt“, sagt Markus Roth, Obmann der
Bundessparte Information und Consulting der Wirtschaftskammer
Österreich (WKÖ). Der Branchensprecher der österreichischen
Digitalwirtschaft begrüßt vor diesem Hintergrund die „Charta Digitale
Souveränität“ („Declaration on European Digital Sovereignty“).
Die von Österreich initiierte und von
Digitalisierungsstaatssekretär Alexander Pröll in Berlin vorgestellte
Erklärung definiert einen gemeinsamen Handlungsrahmen für mehr
digitale Selbstbestimmung Europas und wurde von allen 27 EU-
Mitgliedstaaten unterzeichnet. Ihr Ziel ist es, die technologische
Selbstbestimmung und Resilienz Europas im digitalen Raum zu stärken,
die Datenhoheit zu sichern sowie die Innovationskraft und
Wettbewerbsfähigkeit international zu fördern.
Klares Bekenntnis zum Digitalstandort Europa und Basis für mehr
digitale Unabhängigkeit
„Damit ist ein wichtiger Schritt in Richtung mehr digitale
Unabhängigkeit in Europa gesetzt.“ In diesem Zusammenhang plädiert
Roth dafür, „Investitionen in europäische Innovationen und
strategische Technologien zu begünstigen und prioritär zu
finanzieren. Das betrifft kritische Bereiche wie Cloud- und
Datendienste, Chips, KI, Konnektivitätsinfrastrukturen,
Quanteninformatik und Cybersicherheit.“
„Regulierung ist kein probates Mittel zum Lösen von Problemen“
Auch gelte es, europäische Kooperationen zu forcieren und die
Kriterien für öffentliche Beschaffungen anzupassen. „Gerade der
öffentliche Einkauf kann ein Hebel zur Stärkung europäischer Anbieter
sein“, betont der WKÖ-Bundesspartenobmann. Er begrüßt außerdem den
Fokus auf Open-Source-Lösungen.
Allerdings warnt Roth davor, Regulierung als Mittel zum Lösen von
Problemen zu betrachten, und appelliert: „Regulierung ist kein
probater Weg. Gerade in Europa müssen wir weitere überbordende
Bürokratie vermeiden. Ansonsten binden wir durch Verwaltungsaufwand
wertvolle Ressourcen, die wir viel effizienter für Innovationen
einsetzen könnten.“ (PWK475/JHR)
