Wien (OTS) – „Die letzte Chance für den Mercosur-Vertrag muss genützt
werden“,
fordert Sigi Menz, Obmann der Bundessparte Industrie der
Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), mit Blick auf die Verschiebung
der Unterzeichnung des Abkommens zwischen der Europäischen Union und
den vier lateinamerikanischen Staaten Argentinien, Brasilien,
Paraguay und Uruguay (Mercosur) auf Jänner 2026.
Für die österreichische Industrie wäre eine Einigung zwischen der
EU und Mercosur „ein starkes Lebenszeichen für regelbasierten
Freihandel ‒ und eine klare Absage an den zunehmenden
Protektionismus. Denn eine Abschottungspolitik im Handel schadet
einer exportorientierten Wirtschaft wie Österreich besonders.
Handelsabkommen sind dafür essenziell“, so Menz.
Abkommen schafft Wachstumschancen für zahlreiche Industriebranchen
„Freihandelsabkommen, konkret Mercosur, schaffen Wachstumschancen
für zahlreiche Industriebranchen. Die wirtschaftlichen Vorteile durch
den Abbau von Handelshemmnissen, eine bessere Rohstoffversorgung und
diversifizierte Lieferketten werden oft unterschätzt. Die Vorteile
für Österreich überwiegen jedoch deutlich. Die Risiken hingegen sind
geringer als dargestellt. Für sensible Sektoren wie die
Landwirtschaft sind Schutzmechanismen vorgesehen.“
Besserer Zugang zu Rohstoffen, die die nachhaltige Transformation
sichern
„Mercosur stellt unter anderem deshalb eine große Chance für die
exportorientierte österreichische Industrie dar, weil es nicht nur
einen größeren Absatzmarkt bedeutet. Er bildet auch die Basis für
langfristige Rohstoffpartnerschaften, was einen besseren Zugang zu
wichtigen Rohstoffen wie Lithium, Kupfer oder Niob bedeutet. Mit
Blick auf die Klimaziele ist das von wesentlicher Bedeutung“, ruft
WKÖ-Bundesspartenobmann Menz in Erinnerung.
Und weiter: „Besonders wichtig: Die EU wäre die erste Region, die
ein solches Abkommen mit den Mercosur-Staaten abschließt. Das würde
uns einen großen Wettbewerbsvorteil gegenüber unseren Mitbewerbern
verschaffen. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wäre das ein
wichtiges und notwendiges Signal für mehr Wachstum und
Arbeitsplätze.“
Binnenmarkt und Weltmarkt zusammendenken
„Die Europäische Union kann nur dann eine wirtschaftlich
gesicherte Zukunft haben, wenn es gelingt, Binnen- und Weltmarkt
zusammenzudenken und die EU auf zwei Beinen steht: einem starken,
effizienten Binnenmarkt und einer gesicherten, wettbewerbsfähigen
Position auf dem Weltmarkt”, so Sigi Menz, Vertreter der
österreichischen Industrie. Er unterstreicht die Devise des
Wirtschaftsforschungsinstituts WIFO: „‘Nutzen wir das EU-Mercosur-
Abkommen als Chance!‘ Dem ist nichts hinzuzufügen.“ (PWK556/JHR)