Ein dramatischer Einblick in die Arbeitswelt: Sprachbarrieren als Falle!
Am 20. Februar 2026 veröffentlichte der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) eine alarmierende Pressemitteilung, die die Schattenseiten der österreichischen Arbeitswelt aufdeckt. Der Bundesgeschäftsführer des ÖGB, Willi Mernyi, prangert an, dass faire Arbeit in Österreich oft eine Frage der Muttersprache ist. Aber was bedeutet das für die Betroffenen und die Gesellschaft insgesamt?
Die versteckte Ausbeutung: Ein systematisches Problem
Gesetze sind in Österreich komplex und selbst für Menschen, die Deutsch fließend sprechen, nicht immer leicht zu verstehen. Doch wie steht es um jene, deren Muttersprache nicht Deutsch ist? Der ÖGB deckt auf, dass viele dieser Arbeitnehmer:innen von Firmen gezielt ausgenutzt werden. Besonders betroffen sind Saisonarbeitskräfte im Bau, Tourismus, Erntehelfer:innen und Betreuungskräfte in der Pflege.
In einem Interview erklärt Mernyi: „Diese Menschen werden oft unterbezahlt und arbeiten unter unzumutbaren Bedingungen. Viele von ihnen haben noch nie einen Arbeitsvertrag gesehen und sind bei der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) falsch angemeldet.“
Die Statistik hinter der Ausbeutung
Jährlich bearbeitet der ÖGB hunderte Fälle von Ausbeutung. Die Mehrheit dieser Fälle betrifft Migrant:innen, die unter teils lebensgefährlichen Bedingungen arbeiten müssen. Sicherheitsvorschriften werden oft ignoriert, was zu schweren Arbeitsunfällen führen kann. Diese Missstände sind nicht nur ein ethisches Problem, sondern fördern auch Lohn- und Sozialdumping.
Besonders dramatisch: Die Lage der Nicht-EU-Bürger:innen
Eine besonders prekäre Lage betrifft die Drittstaatsangehörigen. Ihr Aufenthaltsstatus und ihre Arbeitsbewilligung sind oft an konkrete Arbeitgeber:innen gebunden. Dadurch entsteht eine Abhängigkeit, die von Unternehmen ausgenutzt wird. Sprachbarrieren erschweren zusätzlich den Zugang zu Informationen und Unterstützung. Mernyi betont: „Faire Arbeit darf keine Frage der Muttersprache sein!“
Der historische Kontext: Ein wiederkehrendes Problem
Schon in der Vergangenheit gab es immer wieder Berichte über die Ausbeutung von Arbeitsmigrant:innen. Bereits in den 1990er Jahren machten Gewerkschaften auf die schlechten Arbeitsbedingungen von Gastarbeitern aufmerksam. Trotz gesetzlicher Verbesserungen ist das Problem nicht gelöst.
ÖGBs Antwort: Muttersprachliche Beratung
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, bietet der ÖGB arbeits- und sozialrechtliche Beratung in mehreren Sprachen an, darunter Arabisch, Rumänisch, Russisch, Ukrainisch, Bulgarisch, Bosnisch, Serbisch, Kroatisch, Englisch und Deutsch. Diese Unterstützung ist nicht nur für die Betroffenen selbst wichtig, sondern schützt alle Arbeitnehmer:innen in Österreich.
Die gesellschaftlichen Auswirkungen
Die Ausbeutung von Arbeitsmigrant:innen hat weitreichende Folgen. Firmen, die diese Menschen ausnutzen, können ihre Dienste billiger anbieten. Das führt zu einem unfairen Wettbewerb, der den Druck auf alle Arbeitnehmer:innen erhöht und die Löhne drückt. Mernyi erklärt: „Die Ausbeutung geht auf Kosten aller Beschäftigten.“
Expertenmeinungen: Die Notwendigkeit von Reformen
Arbeitsmarktexperten fordern umfassende Reformen, um die Rechte der Arbeitnehmer:innen zu stärken. „Wir brauchen klare gesetzliche Regelungen und eine stärkere Kontrolle durch die Behörden“, sagt Dr. Karin Bauer, eine renommierte Arbeitsrechtlerin.
Ein Blick in die Zukunft: Was muss sich ändern?
Um diese Missstände zu beheben, sind mehrere Maßnahmen notwendig:
- Stärkere Kontrollen durch Arbeitsinspektorate, um Verstöße gegen Arbeitsrechte aufzudecken.
- Schaffung eines leichteren Zugangs zu Rechtsberatung für Arbeitsmigrant:innen.
- Erweiterung der Sprachkurse, um die Integration in den Arbeitsmarkt zu erleichtern.
- Härtere Strafen für Unternehmen, die gegen Arbeitsgesetze verstoßen.
Ein solches Maßnahmenpaket könnte dazu beitragen, die Arbeitsbedingungen für alle zu verbessern und die Ausbeutung von Arbeitsmigrant:innen zu beenden.
Fazit: Ein Aufruf zum Handeln
Die Enthüllungen des ÖGB sind ein Weckruf für die gesamte Gesellschaft. Die Ausbeutung von Arbeitsmigrant:innen ist nicht nur ein ethisches Problem, sondern bedroht die Integrität des gesamten Arbeitsmarktes. Es ist an der Zeit, dass Politik und Gesellschaft gemeinsam handeln, um faire Arbeitsbedingungen für alle zu schaffen.