Vektor Job: Gastronomie und Franchising in Deutschland

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Selbstständig zu sein, wünschen sich eine Vielzahl der Arbeitnehmer. Eine GfK-Umfrage bestätigt es: Allein zwei Millionen Menschen könnten es sich vorstellen, einen Gastronomiebetrieb wie ein Café, ein Restaurant oder eine Bar in selbstständiger Tätigkeit zu führen. Um seinen Traum zu erfüllen, bedarf es Mut. Ist der Weg in die Selbstständigkeit nicht gut durchdacht, droht das Vorhaben zu scheitern. Gerade im gastronomischen Bereich ist die Konkurrenz groß und das Geschäft hart. Ohne Branchenkenntnis ist es ungleich schwieriger, sich zu behaupten. Insbesondere dann bietet es sich an, ein Franchise-Unternehmen zu gründen.

Wie definiert sich Franchise?

Ein Lexikonbeitrag der Gründerszene beschreibt das Franchising mit Vertreterabkommen sowie Lizenzvergabe. Zudem kennen die deutschen Bürger es als Nutzungsrechtverleihung. Die Idee dahinter ist, dass ein Unternehmen seine Geschäftsidee anderen Unternehmensgründern als Franchisegeber leiht. Für dieses Entgegenkommen zahlt der Franchisenehmer eine fortlaufende oder einmalig anfallende Gebühr. Neben dem Recht hat er die Pflicht, den vom Franchisegeber ausgearbeiteten und erprobten Businessplan als Selbstständiger an einem eigenen Standort in die Tat umzusetzen. Dies gilt für die Dauer des Franchise-Vertrages.

Franchise und seine Bedeutung in Deutschland

Zum Franchise und seiner Bedeutung in Deutschland gab der Deutsche Franchiseverband Zahlen und Fakten heraus. Die Zahl der Franchisenehmer lag in 2016 bei 119.302. Sie beschäftigten bei im Laufe der Jahre steigenden Umsätzen zusammen 697.532 Mitarbeiter.

2017 lag deren Umsatz mit 112,92 Milliarden Euro mit 8 Prozent über dem des Jahres 2016.

Der Anteil der Franchisenehmer im Gastronomie-, Touristik- und dem Freizeitbereich entspricht 22 Prozent in 2017.

Der Franchisemarkt in Deutschland entwickelte sich im Gastronomiebereich jedoch schleppend. Jahrzehnte schon gab es bekannte amerikanische Ketten. Franchises waren daneben in Deutschland selten zu finden. Zwischen 1995 und 2006 änderte sich das Bild. Der in der Franchisingbranche erzielte Umsatz stieg laut einer Studie der Deutschen Bank jährlich um jeweils 11 Prozent, bevor das Interesse wieder sank. Die Existenzgründer setzten auf bekannte Franchisegeber, sodass andere sich schwertaten.

Welche Vorteile bietet ein Franchiseunternehmen im Gastronomiebereich?

Sich im Konkurrenzkampf der Mitbewerber im Gastronomiebereich zu behaupten, erweist sich als Herausforderung. Der Neuunternehmer steht zahlreichen Problemen gegenüber. Zu ihnen zählt die fehlende Bekanntheit. Mit der Aufgabe, das Interesse der Kunden zu wecken und sich einen Namen zu machen, steht er allein da. Anders verhält es sich bei einem Franchise-Unternehmen. Insbesondere Franchisenehmer, die mit großen Franchise-Ketten zusammenarbeiten, brauchen sich um ihren Bekanntheitsgrad nicht zu sorgen. Zudem profitieren Franchisenehmer vom Know-how des Franchisegebers, das er bereitwillig an seine Franchisenehmer weitergibt. Sind diese erfolgreich, wächst gewöhnlich auch sein Einkommen. Erprobte Schulungen, Marketingstrategien sowie Arbeitsabläufe helfen den Franchisenehmern bei ihrem Start in die Selbstständigkeit.

Weitere Vorteile bei der Gründung eines Franchise-Unternehmens:

  • Unterstützung bei der Buchführung,
  • Hilfestellung bei Personalfrage,
  • bessere Einkaufskonditionen (gute Preise durch große Mengen),
  • bessere Chancen, einen Kredit zu erhalten,
  • Gebietsschutz.

Schritte auf dem Weg zum Franchise im Bereich Gastronomie

Der zunächst erste Schritt auf dem Weg zum Franchisenehmer ist die Frage nach der Art des Gastronomiekonzepts. Eröffne ich ein Café, ein Schnellrestaurant oder eine Bar? Die Antwort hängt vom Typ des Einzelnen ab. Für einen Nachtschwärmer könnte die Bar die richtige Entscheidung sein. Wer ein Café eröffnen möchte, begrüßt den Tag schon früh. Ein Fast-Food-Restaurant erfordert ein sehr hohes Eigenkapital von einer halben Million Euro.

Die Website https://www.punktfranchise.de/K-92-gastronomie-restaurant-fast-food-franchise/ unterteilt die Franchiseunternehmen nach dem Bundesland, der Stadt und dem Landkreis. Interessenten suchen zudem innerhalb einzelner Kategorien oder nach dem geforderten Eigenkapital von null bis zu 200.000 Euro.

Nachdem das Konzept und das Eigenkapital feststehen, gilt es, den optimalen Standort zu finden. Achten Sie bei Ihrer Wahl auf den Wettbewerb in der Nähe. Gibt es für die Kundschaft Möglichkeiten zu parken? Wie groß ist die mögliche Laufkundschaft? Ermitteln Sie zudem basierend auf die Zahl der Einwohner das Kundenpotenzial. Haben Sie sich für ein Restaurant oder ein Café entschieden, ist die Frage nach einer Außenfläche von Belang.

Nachdem Ihr Konzept steht, schreiben Sie einen Businessplan und kümmern sich um die Finanzierung. Denken Sie klein, brauchen Sie mindestens 40.000 Euro. Oft verlangen Franchisesysteme bis zu 100.000 Euro und mehr. Kredite an Franchisenehmer vergeben die KfW sowie Bürgschafts- und andere Förderbanken. Als Eigenkapital sollte der Franchisenehmer 20 bis 25 Prozent der erforderlichen Summe aufbringen.

Haben Sie alles Erforderliche geregelt, gehen Sie auf den Franchisegeber zu und schließen mit ihm einen Franchise-Vertrag. Nehmen Sie vor Ihrer Unterschrift Einblick in die Wirtschaftlichkeit des Systems.

Nach der Unterschrift geht es in die Phase der Umsetzung. Diese erfolgt strikt nach den Vorgaben des Franchisesystems. Ihre Pflicht ist es zudem, die Vorschriften und Auflagen einzuhalten. Beispielsweise kennen Sie:

  • die Hygienevorschriften,
  • die Gaststättenverordnung sowie
  • die Bauvorschriften.

Zudem setzen Sie sich mit dem Erfordernis einer Schanklizenz auseinander sowie mit diversen Versicherungen. Zum Schluss steht die Eröffnung Ihres Franchiseunternehmens an, zu der Sie im Vorfeld mithilfe des Franchisegebers die Werbetrommel rühren.

Welche Chancen hat ein Franchise-Unternehmen in Deutschland?

Im Vergleich zu herkömmlichen Unternehmen zahlt sich das Franchisekonzept aus. Eine Studie des Internationalen Zentrums für Franchising & Cooperation belegt, dass im dritten Jahr noch 82 Prozent der Franchisenehmer aktiv sind. Bei Nicht-Franchisenehmern können sich nur 71 Prozent halten.